Carbon or nothing. Goya bietet den One, wie auch die Waveboards, ausschließlich in Carbon-Bauweise an – laut Hersteller eine Carbon-Monocoque-Konstruktion vom Standbereich bis um die Mastspur, dann komplett um die Rails herum bis zur Gleitfläche – plus ein komplettes S-Glass-Laminat. Mit 6,95 Kilo wird so ein sehr gutes Gewicht erzielt.
Die Wave-Anlehnung ist schon an der Outline gut sichtbar. Mit Schwalbenschwanz-Heck und einem breiten, aber doch „auf die Spitze getriebenen“ Bug würde der One auch unter Waveboards kaum auffallen. Das Volumen ist deutlich ausgewogener verteilt als beim Starboard Kode: Das Deck ist im Heck domig verrundet, ab den vorderen Schlaufen verteilt sich das Volumen aber recht gleichmäßig über die Breite und mit wenig sichtbarem Scoop bis zur Bugspitze. So wirkt das Board in der Mitte nicht übermäßig dick. Die eher molligen Rails schließen hinten mit einer vergleichsweise scharfen Abrisskante zur Gleitfläche ab, im Bugbereich sind die Kanten verrundet. Die Gleitfläche wirkt dreidimensional mit echter Tiefenwirkung: mit bis zu drei Millimeter tiefen Konkaven und einem vom Bug bis zu den Finnen durchgehenden, starken V. Die Aufbiegung am Heck fällt mit zwei Millimetern gering aus.
Auf unserer „Teststrecke“ bewährte sich der Goya One mit einer Charakteristik wie ein ausgezeichneter Ganzjahresreifen: Das Board leistet sich nicht nur keine echten Schwächen, sondern heimst in allen noch so unterschiedlichen Disziplinen gute Noten ein, was zu einer top Gesamtnote führt. Trotz Wave-Outline wirkt es beim Losdümpeln und Angleiten nicht hypersensibel, die gleichmäßige Volumenverteilung und der vorne etwas flachere Decksshape machen sich im Vergleich zu einem Starboard Kode oder We One We Freewave stabilisierend bemerkbar. Ein unkenterbares Plattform-Feeling wie auf dem Patrik F-Cross kommt allerdings auch nicht auf. Beim Losrutschen ist eigentlich keine Nachhilfe erforderlich, leichtes Abfallen und einmal am Segel zupfen nimmt der Shape aber willig an, dann gleitet der One flott los und beschleunigt gut. Mit wenig Rocker, scharfen Kanten am Heck und Seitenfinnen ohne „Toe“ – also nicht angestellt, sondern parallel zur Mittelfinne eingebaut – wurden die schlimmsten potenziellen Gleithemmer eliminiert.
Das Board läuft im gesamten Windbereich frei, dabei komfortabel gedämpft und sehr gut kontrollierbar. Das Komfort-Feeling in den Schlaufen findet sich auch in der Gleitcharakteristik wieder. Der Goya läuft nicht stur wie auf Schienen, der Spurhalteassistent greift aber immer rechtzeitig und sanft ein, das Board hoppelt und verspringt nicht, man fühlt sich immer sicher unterwegs. Der One trägt mit gleicher Sicherheit durch die Halse und hat so ziemlich alle Radien im Repertoire. Eng drehen gelingt mit wenig Druck, weite Halsen durchgleitet das Board so gut, dass es auch als Aufsteigerboard geeignet erscheint – aber ebenso zum Vollgas-Carven animiert. Zum Springen ist geringfügig mehr Druck erforderlich als beim Flummi-artigen We One, mit etwas Nachdruck hüpft das Board aber auch in dieser Wertung locker aufs Podium. Beste Voraussetzungen für Classic und sogar ein bisschen New School Freestyle.
Eines der vielseitigsten Boards in der Freemove-Klasse: Absolut alltagstauglich für unterschiedlichste Bedingungen, von Starkwind-Freeride über Classic Freestyle bis zu gemäßigter Welle.
Kontrolle, Komfort, Halsen, Springen, Vielseitigkeit
Sehr spezielle Center-Finne
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*surf-Messung
| Volumen | Breite | Länge | Gewicht** | Finne |
| 77 | 56 | 223,5 | 5,7 | 20+2x10 |
| 85 | 58,5 | 225,5 | 6,0 | 21+2x10 |
| 95 | 60,5 | 227,5 | 6,3 | 21+2x10 |
| 105 | 62,5 | 229,5 | 6,6 | 23+2x10 |
| 115 | 64,5 | 232 | 6,8 | 25+2x10 |
| 125 | 66,5 | 234 | 7,0 | 28+2x10 |
**Herstellerangabe
Dieses Board ist Teil des großen Freemove-Tests 2026. Mit dabei sind außerdem Duotone Freewave, JP-Australia Freestyle Wave und Magic Move, Patrik F-Cross, Severne Dyno, Starboard Kode, Tabou 3S+ und We One We Freewave. Weitere Test-Artikel aus dieser Gruppe erscheinen in loser Folge auf surf-magazin.de und in surf 3/2026 ab 14. April.